Mit der Delegation sollte das Verständnis für das wirtschaftliche Umfeld der Region vertieft werden, insbesondere vor dem Hintergrund des vorläufigen Inkrafttretens des Handelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt des Programms standen zudem die Identifizierung von Kooperations- und Investitionspotenzialen sowie die Vernetzung der deutschen Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit Institutionen und Unternehmen des brasilianischen Marktes.
Das Programm umfasste institutionelle Gespräche, den Austausch mit deutschen Unternehmen sowie Fachbesuche zu den Themen Wirtschaft, Innovation, Energie und Infrastruktur.
In Rio de Janeiro begann das von der AHK Brasilien | Rio de Janeiro organisierte Programm mit einem Besuch bei Invest.Rio. Dort erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in das Wirtschaftsprofil der Stadt sowie in Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur, Tourismus, Industrie, innovative Stadtentwicklungs- und Revitalisierungsprojekte im Hafengebiet von Rio de Janeiro sowie öffentlich-private Partnerschaften. Zum Programm des ersten Tages gehörte außerdem ein Networking-Empfang in der Residenz des deutschen Generalkonsuls in Rio de Janeiro, Herrn Jan Freigang. Die Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter der brasilianischen Wirtschaft, von Verbänden, Behörden sowie Mitglieder des Netzwerks der AHK Brasilien | Rio de Janeiro zusammen und bot einen idealen Rahmen für den Erfahrungsaustausch und die Anbahnung neuer Kontakte.
Am zweiten Tag der Delegationsreise erhielten die Teilnehmenden zunächst ein Briefing über die aktuelle politische, wirtschaftliche und investitionsbezogene Situation des Bundesstaates Rio de Janeiro. Daran schloss sich eine Diskussionsrunde mit Mitgliedern der Geschäftsleitung der AHK Brasilien | Rio de Janeiro über das Geschäftsumfeld im Bundesstaat Rio de Janeiro sowie aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen an. Die Eröffnung erfolgte durch Generalkonsul Jan Freigang, der einen Überblick über die politische Lage in Brasilien, das internationale Umfeld und deren mögliche Auswirkungen auf die politischen und institutionellen Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland gab. Ein zentrales Thema war das am 1. Mai vorläufig in Kraft getretene Handelsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union. Dabei wurde erläutert, dass dieses unabhängig vom umfassenden Partnerschaftsabkommen gilt, das weiterhin der Ratifizierung durch die nationalen Parlamente der EU-Mitgliedstaaten bedarf.
Im Anschluss präsentierte Loana von Gaevernitz Lima, Geschäftsführerin der AHK Brasilien | Rio de Janeiro, einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung des Bundesstaates und der Stadt Rio de Janeiro. Im Mittelpunkt standen dabei die Bedeutung der Energie- und Bergbauindustrie, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft sowie Themen wie Innovation, Hafeninfrastruktur, Logistik und Geschäftsmöglichkeiten rund um den Hafen Porto do Açu.
Das Programm wurde mit einer Diskussionsrunde zwischen den Delegationsteilnehmenden, Vertretern bereits in Brasilien etablierter deutscher Unternehmen sowie Mitgliedern der Geschäftsleitung der AHK Rio fortgesetzt. An der Gesprächsrunde nahmen Jens Hüren, Managing Director von Everllence, Cristina Ribas, Commercial Director der HTB Group, Kevin Koch, Business Unit Director bei B. Braun, sowie Gabriel Leonardos, Senior Partner der Kanzlei Kasznar Leonardos, teil. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Perspektiven auf die unternehmerische Tätigkeit in Brasilien, unter anderem in den Bereichen Industrie, Bauwesen, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Energie sowie das brasilianische Rechts- und Regulierungsumfeld.
Ein weiterer Programmpunkt war ein Fachbesuch bei Everllence, bei dem die Delegation die Unternehmensstandorte, betriebliche Abläufe und Lösungen zur Unterstützung der Dekarbonisierung des maritimen und energetischen Sektors kennenlernen konnte. Vorgestellt wurden unter anderem mit Diesel und Biodiesel betriebene Motoren, die die technologischen Fortschritte des Unternehmens im Bereich Effizienzsteigerung, Energiewende und industrieller Dekarbonisierung veranschaulichten.
Ein weiteres Highlight des Programms war der Besuch des Centro Integrado de Comando e Controle (CICC) der Militärpolizei des Bundesstaates Rio de Janeiro (PMERJ). Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die integrierte Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte mit besonderem Fokus auf Digitalisierung, technologische Effizienz und intelligentes Management urbaner Ballungsräume. Den Abschluss des Aufenthalts in Rio de Janeiro bildete ein gemeinsames Abendessen, bei dem mögliche Folgemaßnahmen und Perspektiven der Delegationsreise diskutiert wurden.
Mit der Organisation des Programms der Delegation in Rio de Janeiro unterstreicht die AHK Brasilien | Rio de Janeiro einmal mehr ihre Rolle als Brücke zwischen dem deutschen Markt und dem brasilianischen Wirtschaftsökosystem. Durch den Dialog zwischen Institutionen, Unternehmen und öffentlichen Akteuren trägt sie dazu bei, neue Kooperations-, Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten zwischen Brasilien und Deutschland zu identifizieren und nachhaltig zu fördern.